Über den Dächern Boppards – Unterwegs auf dem Mittelrhein Klettersteig

Die Tage hatte es mich in den Hunsrück verschlagen. Um genau zu sein an den Mittelrhein Klettersteig bei Boppard.

Am Montag erreiche ich gegen 17 Uhr, leider viel später als erhofft, die Stadt Boppard. Ich suche mir einen Parkplatz, schnüre die Wanderstiefel und schultere den Rucksack. Dann geht es die Strasse hinunter zu einem Wegweiser. Ihm folge ich hinein zwischen zwei Häuser und glaube mich in einer Sackgasse zu befinden. Erst beim zweiten genaueren hinschauen entdecke ich den weiteren Weg zwischen zwei Hecken. Ich gehe zwischen dem grün hindurch und sogleich steigt der Weg vor mir an.

Über in den Schiefer gehauene Stufen erreiche einen weiteren Wegweiser und eine Bank. Ab hier teilt sich der Mittelrhein Klettersteig in eine Wandervariante und eine Klettervariante. Die Variante des Klettersteigs ist als Stufe B im Internet gekennzeichnet. Also ein einfacher Steig den man noch nicht einmal mit Klettersteigset begehen müsste. Ich habe meines dennoch dabei.

Für mich geht es nun eine Leiter hinunter danach folge ich einer Schrägen in die Sprossen zum besseren Halt gehauen wurden hinauf.

Nach diesem Anstieg, bei dem ich schon gut ins schwitzen gekommen bin, eröffnet sich mir ein erster großartiger Blick über die Rheinschleife und das Bopparder Hamm. Das Hamm ist das größte zusammen hängende Weinanbaugebiet des Mittelrheins und von dort kommen auch einige der besten Weine.

Im wechsel geht es nun über Stiegen, Eisen und über schmale Pfade am Hang entlang. Der Steig ist obwohl nicht soviel geklettert wird und meist nur über Pfade führt ziemlich schweißtreibend. Aber die Aussicht über die Stadt Boppard und den Rhein entschädigen jedes Mal wieder.

Nach fast zwei Stunden auf dem Steig erreiche ich eine Steilwand mit Sprossen darin. Jetzt wird es interessant denke ich mir und beginne den Aufstieg.

Ich verschnaufe kurz, denn der letzte Abschnitt hat mich ziemlich geschafft. Was solche Anstrengungen angeht bin ich anscheinend nicht mehr in Form. Der Weg folgt nun ansteigend in Richtung des Gipfels. Hier oben geht es nun durch lichte Eichenwäldern. In dem vor mir liegenden Gegenlicht hat dieser Wald was Mystisches.

Dem Weg folge ich nun weiter über den Bergrücken mit Sicht zu meiner rechten über das Rheintal. An einer Bank mit Aussicht auf das Hamm mache ich Pause. Es ist bereits nach 20 Uhr und so beschließe ich zwischen einigen Eichen mein Lager aufzuschlagen.

Ich koche mir in der einsetzenden Dunkelheit noch was zu essen und mache mir eine heiße Schokolade. Dann verkrieche ich mich in meinen Schlafsack und meine Hängematte.

In den frühen Morgenstunden beginnt es an zu regnen. Immer wieder ein angenehmes Geräusch und so drehe ich mich wieder um.

Um 8 Uhr ist dann doch die Nacht vorbei und so setzte ich mich mit einer Tasse Kaffee und einer Schüssel Müsli auf die Bank und schaue den Schiffen auf dem Rhein zu.

Danach wird langsam zusammen gepackt und ich folge den letzten zwei Kilometern auf dem Steig. An dessen Ende geht der Weg nun in den Rhein Burgen Weg über. Diesem folge ich nun weiter Richtung Jakobsberger Hof. Einem alten Kloster das nun als Hotel dient.

Immer wieder setzten leichte Schauer ein, aber unter dem dicken Blätterdach des Waldes brauche ich die Regenjacke nicht. Das einzige was so langsam nervt sind die Bremsen die bei der immer schwüler werdenden Luft um mich herum kreisen. Glücklicherweise hab ich eine Flasche Autan dabei und so schmier ich mich bei einer kurzen Rast mit dem Anti Mücken Zeugs ein.

Der Weg verläuft nun meist breit und Flach über den Bergrücken. Zwischendurch kann man immer mal wieder einen Blick auf den Rhein erhaschen.

Dann kommt auch endlich wieder ein Wegweiser in Sicht. Meinen Plan weiter zum Jakobsberger Hof zu laufen verwerfe ich als ich am Wegweiser in Richtung der Ortschaft Brey das Wort „Römische Wasserleitung“ lese. Die Röer und ihre Architektur haben mich schon immer gereizt und so biege ich links ab und folge dem Wegweiser nach Brey.

Im Breyer Wald macht mich nun eine Hinweistafel darauf aufmerksam das zu meiner rechten Hügelgräber verborgen sein sollen. Mit ein wenig Anstrengung kann man auch das ein oder andere erkennen. Aber die Zeit hat nun mal ihre Spuren hinterlassen.

Am Abzweig des Rhein Burgen Weges folge ich weiter dem Schild der Wasserleitung und kurz verlaufe ich mich sogar als ich die Strasse zu einem Sportplatz kreuze. Da war der Weg dann doch einmla nicht wirklich markiert.

Ich erreiche die Wasserleitung und bin für einen Moment doch enttäuscht. Bei der Römischen Wasserleitung bin ich von einem Viadukt ausgegangen. Hier vor mir im Wald stehe ich aber vor einem Qanat. Einer unterirdischen Wasserleitung die durch einen Stollen  läuft. Die enttäuschung weicht aber doch recht schnell der Neugier. Einer Hinweistafel kann man entnehmen das die Römer sich die Idee des Qanats von den Persern abgeschaut haben.

Ich muss jedoch weiter, denn ich will ja heute noch zum Auto zurück. Also folge ich dem Weg bergauf bergab durch den Wald. Irgendwann stoße ich auf eine Strasse. Diese führt mich laut Wanderkarte dann wieder hinauf zum Jakobberger Hof. So ist es dann auch. Dort suche ich dann bei einem heftigen Platzregen Zuflucht in einer Kapelle.

Und während es draussen richtig gießt gönne ich mir sogleich eine kurze Pause bei Müsliriegel und Tee. Als es zu regnene aufhört laufe ich weiter. Ich erreiche die Hänge des Bopparder Hamms und laufe durch die Weinberge hinab. Weit hinten in der Rheinbiegung kann ich Boppard erkennen.

Es geht die Strassen durch die Weinberge hinab zur B9. Überall in den Steillagen sind die Winzer mit ihren Reben beschäftigt.

Dann erreiche ich die Bundesstrasse. Ihr folge ich noch gute zwei Kilometer. Dann stehe ich wieder an meinem Startpunkt vom Vortag.

Am Auto angekommen packe ich meinen Rucksack in den Kofferraum und genieße noch einmal die Aussicht über die Berge. Dann wird es Zeit aufzubrechen.

 

 

 

 

 

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