Durch Rondane und Dovrefjell – Teil 3

Grimsdalshytta – Hageseter Fjellstue – Hjerkinn Fjellhotel – Snøheimhytta – Reinheimhytta – Åmotdalshytta

Samstag, 26.09.2015 Tag 7

Um zehn sind wir bereits startklar und machen uns auf den Weg zur Hageseter. Unsere beiden Mitbewohner sind schon früh am Morgen aufgebrochen. Der erste verließ die Hüte gegen sechs, der andere um kurz vor sieben.

Wir folgen dem Wanderweg der hinter der Hütte beginnt und folgen ihm oberhalb des Flusses Tverråe. In der Ferne sehen wir den Fallfossen zu Tale rauschen. SAMSUNG CSC

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Nach 1,5km gehts dann den Weg hinunter zu einem Quertal, in das wir erst 100 Hm runter machen um dann gute 300 Hm steil bergan kraxeln dürfen. Der Tag geht schon wieder gut los und uns wird ordentlich warm bei diesem tollen Wetter. Als wir oben ankommen sind wir regelrecht abgekämpft und schnaufen wie die Ochsen.

Dafür entschädigt allerdings der Blick über das Grimsdalen für all die Strapazen und es wird einem in diesem Moment wieder klar warum man sich das an tut.

Der Blick schweift hinüber zum Gravhøe, den wir gestern noch umrundet hatten, hinüber zu den Wolkenverhangenen Gipfeln von Stygghøin, Småhaugan und Sletthøe. Aus dieser Waschküche kamen wir erst vor zwei Tagen aus dem Zentralrondane und bei dem Gedanken fängt auch gleich mein Fuss wieder an zu schmerzen.

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Jetzt geht es für uns weiter über die Hochebene des 2003 eingerichteten Dovre Nationalparks.

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Hier folgen wir dem Weg eine ganze Weile stetig bergauf auf 1330m. Dann geht es für die nächsten Kilometer nur noch sanft bergab. Hier oben können wir die Fernsicht genießen und können bereits erahnen wo wir wohl in den nächsten Tagen her wandern. Denn am Horizont zeichnen sich die Berge und vor allemder Berg, die Snøhetta, des Dovrefjell-Sundalsfjella Nationalparks ab.

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Bis auf zwei Bachquerungen gibt es auf diesem Teil der Tour nichts aussergewöhnliches und so trotten wir langsam vor uns hin. Wir haben es heute ja nicht sonderlich eilig.

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Gegen Nachmittag erreichen wir dann auch die Hageseter Turisthytte und ergattern das letzte Zimmer. Schwein gehabt! Jedoch müssen wir auf das Zimmer erst noch warten, da es jetz erst einmal für uns gereinigt wird. Wir haben ja Zeit und so bestellen wir uns zwei Portionen Pomfri mit Pølser (Pommes mit Bockwurst) und ein Bier. Man muss sich schließlich auch was gönnen.

Irgendwann können wir unser Zimmer auch beziehen.

Es geht über eine steile Aussentreppe in das Obergeschoss. Hier oben gibt es fünf Zimmer plus Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsklo. Und das für 65€ pro Nase. Den Rest der Zimmer hat ein Trupp Hundebesitzer gemietet. Im Nebenzimmer ist eines der Tiere non Stop am heulen und bellen. Herrchen scheint wohl weg zu sein und der Hund ist es nicht gewohnt alleine zu sein. Wir versuchen in der Zwischenzeit noch unten für den nächsten Tag ein Frühstück zu bestellen. Aber da das Englisch der Dame unten nicht sehr gut ist vertröstet sie uns darauf das wir in einer Stunde wieder kommen sollten. Gemacht getan, eine Stunde später stehe ich wieder unten und frage erneut. Erst versteht sie mich gar nicht, geht dann nach hinten in die Küche um dann wieder zu kommen um mir zu erklären das es Sonntags kein Frühstück gibt. Dann morgen halt kein Frühstück. Gibt es halt Bundeswehrkekse. Davon haben wir noch genug dabei. Und die machen mehr als satt.

Irgendwann als Herrchen zurück kommt wird es auch ruhig im Nebenraum. Wir lassen den Abend noch mit ein wenig Schokolade ausklingen und fallen dann in die Betten. Wandern macht schläfrig.

Sonntag, 27.09.2015 Tag 8

Die Nacht war alles andere als erholsam. Erst war der Hund im Nebenzimmer die halbe Nacht in seinem Käfig am scharren und am jaulen und vor sechs bricht der ganze Hundetrupp dann auch noch laut polternd auf. Dann herscht Stille. Nur mit schlafen ist nix mehr. Ich bin hell wach und Nadine auch. So beschließen wir uns langsam startklar zu machen und langsam die fünf Kilometer zum Hjerkinn Fjellhotel zu laufen. Wir haben beide heute keine große Lust wer weiß wie viele Kilometer runter zu reißen. Ausserdem hofften wir auf ein hübsches Zimmer mit Dusche. Nach sieben Tagen nur mit Katzenwäsche wäre eine Dusche heute echt mal luxus.

Also verlassen wir um halb zehn die Hageseter und suchen uns den nächsten Wanderweg zur Hjerkinn. Wir überqueren die Brücke über die Folla und folgen links des Ufers dem Wanderweg. Der Pilgrimsleden führte uns am Campingplatz und der Fjellstue vorbei.

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Dann ging es durch Birkenwälder hinauf zu einer seit langem verlassenen Strasse.

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Dem Hjerkinnvegen folgten wir für etwas über einen Kikometer, dann ging es auch schon wieder rechts ab auf den Pilgrimsleden und hinauf zum Hjerkinn Fjellhotel. Der Pilgrimsleden ging ein ganzes Stück über Holzbohlen durch Sumpflandschaft.

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Ich hatte die ganze Zeit schon gehofft ein solches Stück Weg auch ab zu bekommen.

Leider war der Weg recht schnell zu ende und schon standen wir wieder auf der Strasse. Zu unserer Rechten sahen wir schon die Fjellstue und das Eingangsschild.

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Also schnell noch ein paar Meter gemacht und hoch zur Rezeptrion. Als wir diese dann betraten staunten wir erstmal nicht schlecht. Überall hingen fotografien von Moschusochsen, Polarfüchsen, Rentieren und anderen heimischen Tieren. Und wir standen mitten in einer Truppe Naturfotografen die gerade ihr Equipment im Wert von ein paar Kleinwägen durch die Gegend schleppten.

Leider mussten wir an der Rezeption erfahren das alle Zimmer ausgebucht waren und so schlugen wir auf der Zeltwiese unser Lager auf.

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Schade, denn die Fjellstue schaut echt gemütlich aus. Nachdem das Zelt schnell aufgebaut war suchten wir oberhalbt der Zeltwiese die Dusche auf. Kostenlos duschen und das so lange man will. Das ist ja schon fast ein Traum. Ich weiß auch gar nicht wie lange ich unter der Dusche stand. Aber auf jeden Fall war es eine echte wohltat. Danach machten wir uns noch auf den Weg hoch zum Hjerkinn Bahnhof. Auf meiner Wanderkarte ist dort ein Einkaufsladen vermerkt und wir könnten noch das ein oder andere Teil für das Dovrejell gebrauchen. Dort angekommen durften wir dann feststellen das es dort keinen Laden gibt. Aber von dort fährt ein Shuttlebus hinauf zur Snøheimhytta. Wir machten uns auf den Rückweg zur Hjerrkinn, holten aus dem Zelt noch unsere Notizhefte und setzten uns bei einem Kaffee ins Foyer.

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Irgendwann gegen Abend kam dann eine Dame auf uns zu und fragte uns ob wir unten auf der Wiese unser Zelt aufgeschlagen hätten. Es stellte sich heraus das Sie die Tochter der Besitzerin an der Rezeption ist und die beiden sich die Arbeit teilen. Als wir ihre Frage mit ja beantworteten sagte Sie uns das, da einer der Fotografen abgesprungen wäre, doch noch ein Appartement frei geworden wäre und wir es, wenn wir denn wollten, haben könnten. Das Angebot schlugen wir nicht aus bezahlten das Zimmer gleich für zwei Nächte um uns eine Auszeit für einen Tag zu gönnen und machten uns daran unser Zelt wieder abzubauen und alles hoch zum Appartement zu tragen.

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Später ging ich noch einmal hinunter zum Empfang und holte mir unser Frühstück ab das uns zusammen gepackt wurde und fragte gleich noch ob es in der Nähe einen Supermarkt geben würde. Im nächsten Ort, 15km die Strasse runter sagte Sie mir. Aber Sie würde morgen eh einkaufen fahren und könnte mich mitnehmen wenn ich wollte. Da sag ich doch nicht nein. Ich kaufte noch eine Tüte Chips und zwei Bier und ging wieder hoch zu unserer Mini Wohnung.

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Den Abend ließen wir dann bei Bier, Chips und Derrick im Fernsehen ausklingen. Ja im Fernsehen lief Derrick mit Norwegischen Untertitel. 😉

 

Montag, 28. September Tag 9

Wir nutzten den Tag um uns heute einmal das Dovrefjell bei der Kongsvoll Fjellstue anzuschauen. Und um vielleicht auch Moschusochsen zu sehen.

Also liefen wir wieder hoch zum Hjerkinn Bahnhof und nahmen dort den nächsten  Zug in Richtung Kongsvoll.

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Die ganze Fahrt dauerte gerade einaml sechs Minuten und schon stiegen wir am Bahnhof Kongsvoll aus. Wir folgten dem Wanderweg hinauf ins Dovrefjell. Am Eingang standen dann auch schon die ersten Schilder als Warnung und Info im Umgang mit den dort frei lebenden Moschusochsen.

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Wieder einmal ging es steil bergauf durch Birkenwald. Und bei strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 20°C Marke lief der Schweiß in strömen. Auf dem Weg nach oben schaute ich immer links und rechts hinein in den Birkenwald. Es könnte ja irgendwo ein Ochse stehen. Aber Fehlanzeige.

Oben angekommen verschnauften wir für ein paar Minuten und genoßen die Aussicht hinunter ins Drivdalen . Ein fantastischer Ausblick. Im Tal schlängelte sich die E6 und den Blick konnte man fast bis zurück zur Hjerkinn schweifen lassen.

Wir gingen weiter und folgten dem Wanderweg hinein ins Dovrejell. Da bekam ich eine SMS. Es war Anne Stine, die Besitzerin des Hjerkinn Fjellhotels. Sie wolle um 16 Uhr zum Eikaufen fahren und würde mich dann mitnehmen. Mist! Unser Zug fährt erst um 16.34 Uhr wieder zurück nach Hjerkinn. Ich simse zurück das wir um vier nicht können da wir gerade in Kongsvoll durchs Fjell laufen und wir erst um kurz nach halb fünf zurück wären. Nadine schaut mich an, zuckt mit den Schultern und meint das wir wohl Pech gehabt haben. Nach einiger Zeit bekomme ich eine neue SMS. Wieder Anne Stine. Sie sammelt uns um kurz nach halb am Bahnhof Hjerkinn ein. Alles kein Problem. Wir können es kaum fassen das Sie mal eben ihren Zeitplan für uns über den Haufen wirft und freuen uns einen Ast ab.

Wir folgen weiter dem Weg durchs Fjell, aber nirgends sehen wir anzeichen für Moschusochsen.

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Irgendwann kommen wir dann eine Weggabelung und für uns heißt es hier dem Weg zurück ins Tal zu folgen und zum Bahnhof zurück zu kehren. Aber erst genießen wir an der Weggabelung noch die Aussicht auf die Snøhetta.

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Dann gehts zurück.

Wir laufen an der Gabelung den Weg hinunter Richtung Kongsvoll Fjellstue. Bald befinden wir uns wieder im dichten Birkenwald. Um uns herum rauschen überall Bäche zu Tale.

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Den Weg lassen wir schnell hinter uns und schon bald geht es über die Driva drüber die breit und wild unter uns dahin rauscht.

Dann geht es noch für einen guten halben Kilometer an der E6 entlang. Ständing wird brettern die Sattelzüge an einem vorbei und wir sind froh als wir endlich an der Einfahrt zum Bahnhof Kongsvoll einbiegen können.

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Nach kurzer Wartezeit fährt auch schon unser Zug ein. Bei unserer Ankunft in Hjerkinn wartet am Bahnhof auch schon Anne Stine auf uns und winkt uns zu. Wir steigen zu ihr in das Auto, fahren bis zum Hotel, sammeln noch jemanden ein, dann gehts mit dem Shopping Taxi, wie Sie es nennt ins 15km entfernte Dalholen in den Supermarkt. Dort decken wir uns für die nächsten Tage mit ein paar Fertigfutter, Schokolade und Rosinenbrötchen ein und fahren zurück.

Am Abend machen wir in unserer Miniwohnung schonmal soweit klar Schiff und packen einen Teil unserer Sachen zusammen. Denn Morgen geht es endlich ins Dovrefjell. Wir hatten bereits beschlossen den Shuttelbus zur Snøheim zu nehmen und uns auf diese Weise gute 13km an Weg zu ersparen.

 

Dienstag, 29. September  Tag 10

Am morgen saugen wir nochmal die Wohnung durch, packen unsere letzten Sachen wieder in die Rucksäcke und stehen um zehn Uhr auf der Treppe der Rezeption. Geschlossen. Ok, ich werf das Handy an und rufe Anne Stine an um ihr mitzuteilen das wir auschecken wollen. Plötzlich steht Sie während wir telefonieren neben ihrem Haus unter uns und winkt mir zu. Sie kommt zu uns hoch nimmt den Schlüssel entgegen und fragt wo wir nun hin wollen. Wir erzählen wie es von hier weiter gehen soll worauf Sie nur entgegnet das wir hier warten sollen. Ihre Mutter würde heute mit einer Freundin auch den Bus zur Snøheim nehmen und Sie würde uns dann mit hoch nehmen. So lange sollten wir hier warten. Wir bedanken uns wieder x-mal und können uns nur über diese freundlichkeit wundern. Während wir warten checke ich beim Wetterdienst wie sich das Wetter die nächsten Tage entwickelt. Für den heutigen Tag steht böiger Wind um die 40-50kmh an. Für den nächsten Tag sogar um die 70kmh. Da müssen wir wohl durch!

Um kurz nach zwölf kommt dann die Mutter mit ihrer Freundin um die Ecke. Sie winkt uns zu sich. Gemeinsam fahren wir hoch zum Hjerkinn Bahnhof wo der Shuttlebus wartet. Wir kaufen beim Fahrer das Ticket und der Bus setzt sich ein paar Minuten später in bewegung. Der Bus fährt durch ein altes Militärgelände wo bis vor einigen Jahren noch Artillerie und Bombentests durchgeführt wurden. Jetzt wird das gesamte Gelände von Blindgängern befreit. Dies soll noch bis etwa 2020 dauern. Die Fahrt hoch zur Hütte dauert fast eine halbe Stunde. Dann stehen wir vor der Snøheimhytta mit einem wahnsinns Blick auf den einst höchsten Berg Norwegens.

Snöhetta

Nur der Wind bläst hier oben ziemlich kräftig. Bevor wir jedoch los laufen ziehen wir uns auf einen Kaffee in die Hütte zurück. Die Hütte wurde erst vor einigen Jahren komplett saniert .

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Nach unserer Stärkung gehts hinaus ins Dovrefjell. Wir haben jetzt noch etwa sechs Kilometer vor uns die wir nun ganz langsam angehen lassen. Es geht durch Geröllfelder hindurch und über Blockwerk.

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Der Wind nimmt auch stetig zu und macht den Weg über die Steinblöcke richtig anstrengend.  Immer zu unserer linken erhebt sich die Snøhetta von der ich gar nicht genug bekommen kann.

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Uns so legen wir zahlreiche Stopps ein um Fotos schießen zu können.

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Wir queren wieder einen kleinen Wildbach, quälen uns bei böigem Seitenwind einen Kamm hinauf und blicken ins Stroplsjødalen hinab wo die Reinheimhytta liegt.

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Dann heißt es auch noch auf dem Weg ins Tal ein Altschneefeld zu queren. Es reicht schließlich nicht das der Wind uns schon genug zu setzt. Das Schneefeld könnten wir auch weiträumig umrunden.

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Aber das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen und so nehmen wir den Weg mittig hindurch.

An der Hütte die aus dem Hauptgebäude und zwei Nebengebäuden besteht angekommen geht es erst einmal, wir haben es uns so angewöhnt, auf Erkundungstour. Das Hauptgebäude besteht aus dem Aufenthaltsraum mit vier Kojen, einer Küche, zwei Zweibett Zimmern und Trockenraum im Erdgeschoss und zwei Bettenlagern unterm Dach. Wir beziehen direkt die Kojen in der Stube. Zu erst werden die beiden Öfen in Stube und Küche angeheizt und danach Wasser geholt. Die Öfen laufen dank des kräftigen Windes draussen schnell auf Hochtouren und in der Hütte macht sich eine mollige Wärme breit. Wir machten uns erst in der Küche breit und kochten uns Kichererbseneintopf und einen Kakao und ließen uns unser Essen bei Kerzenschein und Bollerofen gut gehen.

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In der Dämmerung konnte ich nicht anders und schnappte mir Kamera und Stativ und ging noch raus in der Hoffnung noch ein paar schöne Bilder von der Hütte zu bekommen. Lange hielt ich es zwar nicht bei dem Wind aus der sich langsam aber sicher zu einem Sturm entwickelte, aber zumindest die Fotos hatten sich gelohnt. Kurzerhand beschließen wir, da es draussen immer schlimmer wird, den morgigen Tag auch hier zu verbringen und den Sturm auszusitzen.

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Später geht es in die Stube auf die Sitzecke. Dort wird noch gelesen und Tourbericht geschrieben. Dann geht es um zehn in die Falle.

 

Mittwoch, 30. September  Tag 11

Als ich am morgen wach werde pfeift der Wind immer noch ziemlich kräftig. Jedoch nicht mehr so stark wie noch am Abend. Aber das kann ja noch werden. Wir frühstücken und bekommen so um neun besuch vom Hüttenwart der Reinheim. Er kommt zu uns rein, begrüßt uns und teilt uns auch gleich mit das er die kleinere Hütte mit Bettenlager nutzt. Er will vorm Wintereinbruch noch ein paar kleinere Reperaturen durchführen und das ganze Holz das vorm Schuppen mit dem Brennholz und den Toiletten liegt noch verräumen. Dementsprechend wuselt der Mann die ganze Zeit durch die Gegend. Der Wind hat auch mitlerweile bis auf eine leichte Brise nachgelassen. Wir ärgern uns ein wenig das wir nicht doch weiter sind, nutzen dann den Tag jedoch um ein wenig das Tal Richtung Kongsvoll hinunter zu laufen in der Hoffnung doch noch Moschusochsen zu sehen.

So machen wir uns Vormittags auf den Weg. Folgen erst dem Wanderweg um dann später, nachdem wir durch das Tele in ziemlicher Entfernung eine Gruppe von vier Ochsen gesehen haben, doch Querfeldein zur Stropla zu laufen um ihr am Ufer zu folgen.

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Leider ziehen die Ochsen sich zügig weiter ins Tal zurück während wir keinen Weg über den Wildbach finden.  So laufen wir noch eine ganze Zeit neben der Stropla her kehren aber nach beinahe acht Kilometern dann doch langsam um.

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Denn zu allem Überfluss fängt es an zu Nieseln und der Sturm kehrt zurück und wir haben nur unsere Softshelljacken an.

So gegen drei kehren wir zur Hütte zurück. Aus dem Niesel ist ein ordentlicher Guss geworden und so sehen wir auch aus. Ich laufe noch ein Stück weiter zu der kleinen Hütte wo der Wart gerade drin ist hin um zu schauen wo es morgen eigentlich weiter geht, da fliegt auch schon die Tür auf und der Hüttenwart steht vor mir und schaut mich an. Er fragt sofort ob alles ok ist und erkundigt sich auch nach Nadine. Ich entgegne das alles ok ist und wir nur ordentlich nass geworden sind. Dann ziehe ich mich zu unserer Hütte zurück und heize den Ofen in der Stube und im Trockenraum an um unsere Sachen dort aufhängen zu können.

Spät am Nachmittag bekommen wir dann noch besuch von einem weiteren Wanderer. Ein Norweger im 60er Bereich. Wir kommen gut mit ihm ins Gespräch und er erzhählt uns das er die Tour vor einigen Jahren bereits gemacht hatte. Wie sich heraus stellt haben wir morgen eine gemeinsame Tour. Er will wie wir zur Åmotdalshytta.  Später kommt noch der Hüttenwart dazu und die beiden unterhalten sich recht angeregt auf Norwegisch. Wir ziehen uns in die Küche zum Essen zurück. Draussen legt der Sturm jetzt ziemlich gut zu und uns graut schon ein wenig vor dem kommenden Tag.

 

Donnerstag, 01. Oktober  Tag 12

Am morgen stürmt es immer noch kräftig. Ich mache mich auf den Weg zur Wasserstelle und werde dort fast in den Bach geweht. Der Sturm hat es in sich. Wir frühstücken zusammen mit dem Norweger und machen uns dann gemeinsam auf den Weg. Wir folgen dem Pfad knappe 2km immer bergauf. Der Norweger legt ein ganz schönes Tempo hin und entfernt sich immer weiter von uns. Irgendwann nimmt er den Abzweig in die Talsohle um dann den Weg an der Rückseite der Snøhetta hoch zu nehmen. Wir hatten uns den Abend zuvor noch über die Wege unterhalten. Sie sind in etwa gleich lang aber den wir ausgewählt haben soll wohl der einfachere sein. So steigen wir weiter auf zum Leirpullskardet um dort den Übergang zum Åmotsflyin zu nehmen. Der Sturm der einen mal von der Seite, mal von vorne trifft ist keine Hilfe beim Aufstieg über grobes Blockwerk und macht den Weg zu einer ziemlichen Tortur.

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Nach weiteren 1,5 km stehen wir endlich auf dem Übergang. Glücklicherweise war das letzte Stück bergauf im Windschatten des Berges. Sonst wäre das gekraxel recht unangenehm geworden. Wir machen noch ein paar Fotos, dann geht es abwärts über einen Weg der den Namen als solches nicht verdient. Steig wäre da eher angebracht.

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Aber auch da müssen wir durch. Es geht über Blöcke hinüber und hinunter. Natürlich packt mich eine Böe als ich gerade absteigen will und eh ich mich versehe drückt mich der Wind zwischen zwei Blöcke und die Seite. Es erfordert ziemlich viel Kraft um wieder auf die Beine zu kommen. Von da an geht es nur noch sitzend die Felsen hinunter.

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Als wir es endlich durch dieses Trümmerfeld geschafft haben öffnet sich vor uns das Åmotsdalen und es geht nur noch bergab aber dafür mit vollem Gegenwind runter zur Hütte.

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Der gesamte Weg ist eine einzige Qual und für die 11 km Weg brauchen wir geschlagene sechs einhalb Stunden. Wir sind fix und fertig als wir ankommen.

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Der Norweger ist kurz vor uns eingetroffen und mit ihm zwei Jungs aus den Niederlanden. Die drei stehen gerade am Herd als wir reinkommen.

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Wir beziehen ein vierer Zimmer mit Ofen und ich heize die beiden Öfen in der rechten hälfte der Hütte an. Der Norweger tut es mir im linken Teil gleich. Bald haben wir die Hütte auf einer halbwegs ordentlichen Temperatur.

Wir kochen uns Hackfleischbällchen in Bratensauce mit Reis und dazu gibts Kakao. Dann fallen wir nur noch auf die Sitzgruppe und lassen es uns schmecken. Aber leider wird die Hütte einfach nicht so richtig kuschelig warm.

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An allen Ecken und Enden pfeift der Wind durch die Ritzen. Da hilft nur mehr Kakao und ne Decke. Jedenfalls im Schlafraum wird es halbwegs warm.

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Bevor wir uns in unsere Schlafsäcke rollen leg ich noch ein paar Scheite nach um den Schlafraum noch ein wenig auf Temperatur zu halten.

Draussen tobt weiter der Sturm und legt während der Nacht auch noch weiter zu.

 

Norwegen Teil 4

 

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